7 Hausmittel bei Erkältungen aus der TCM (Traditionell Chinesischen Medizin)

Jeder weiß, der Winter macht uns anfällig für Erkältungen – sei es aufgrund trockener Heizungsluft, der Kälte, dem Wind und der Nässe im Außen, oder durch den Mangel an Sonnenlicht, welches uns weit mehr schenkt als nur wertvolles Vitamin D. 

In der TCM entstehen „Erkältungen“ meist aus einem Zusammenspiel dieser äußeren klimatischen Faktoren (v. a. Kälte/Wind) und unserer persönlichen inneren Konstitution. Im Winter geht laut TCM unsere Energie verstärkt nach innen, wodurch die Oberfläche (Haut/Nase/Rachen) anfälliger und angreifbarere wird, wenn unsere Abwehr nicht stark genug ist. Besonders anfällig werden wir, wenn unsere „Mitte“ (Verdauungskraft) geschwächt und die Nierenenergie, die für die Wärmebildung im Körper wichtig ist, stark beansprucht wird. Eine Ernährung mit Milchprodukten, Zucker, kalten Speisen/zu wenige warmen gekochte Mahlzeiten, Südfrüchten, Rohkost und Weizenprodukten ist in dem Zusammenhang leider besonders ungünstig. Bei konstitutionell schwacher „Mitte“ verstärken diese Lebensmittel deutlich die Schleimbildung.

Während einer Erkältung sowie zu deren Vorbeugung, lohnt es sich deshalb obige Lebensmittel zu meiden und während dem Infekt zusätzlich einen Bogen um fettige, frittierte und schwere Speisen zu machen. Wenn du krank bist, sollte dein Verdauungssystem so wenig Arbeit wie möglich haben, damit dein sogenanntes Wei-Qi (Abwehr-Qi) sich voll auf die Heilung konzentrieren kann.

Die ideale TCM-Ernährung bei Erkältung ist deshalb „leicht, warm und flüssig“, weshalb folgende Speisen empfohlen werden: 

  • Reis-Porridge (chin. Congee), das für 2-4 Std. aus Reis und 6-10 Anteilen Wasser gekocht wird. Es stärkt die „Mitte“ und kann je nach vorherrschender Symptomatik variiert werden: 
    • Bei Frösteln und klarem Schnupfen: Ingwer und Frühlingszwiebeln 30 min. mitkochen.
    • Bei Reizhusten und trockenem Hals: Birne 30 min. mitkochen.
    • Bei allgemeiner Schwäche nach der Erkältung: Datteln oder Goji-Beeren 30 min. mitkochen.
  • Gekochtes Gemüse (z. B. Karotten, Fenchel, Kürbis)
  • Kraftbrühen oder leichte Gemüsesuppen
  • Viel warmes Wasser, um Giftstoffe auszuspülen.

Nach dieser kleinen Einführung folgen nun die 7 Hausrezepte aus der TCM bei Erkältungen, die du wunderbar aus wenigen Zutaten selbst zubereiten und damit deine Symptome lindern kannst. Jedes der Rezepte ist dabei einem unterschiedlichem Erkältungstyp zugeordnet, d.h. die TCM unterscheidet ja nach vorherrschender Symptomatik in verschiedene Arten von Erkältung bzw. Erkältungsstadien. Interessanterweise kommen in den Rezepten teilweise auch Bitterstoffe zum Einsatz, weil Bitteres hilft den Schleim aufzubrechen und die Verdauungs-/Transformationskraft zu stärken.

Wichtiger Hinweis: TCM-Hausrezepte sind für leichte, frühe Infekte gedacht. Solltest du unter Atemnot, Brustschmerz, Verwirrtheit, hohem Fieber über mehr als 3 Tage, starkem Krankheitsgefühl oder gar Blut im Auswurf leiden, such‘ bitte einen Therapeuten/Arzt auf!

1) Wind-Kälte (Frösteln, klarer Schnupfen, kein/kaum Fieber)

Typische Symptome:

  • Frösteln/Schüttelfrost, evtl. leichtes Fieber
  • klar-wässriger Schnupfen
  • Niesen, Kopf-/Gliederschmerz
  • Husten mit klarem/weißem Auswurf
  • Zunge eher blass, Belag weiß (TCM)
  • beginnenden Halsschmerzen ohne starke Rötung

Rezept 1: Ingwer-Frühlingszwiebel-Sud

Zutaten:

  • 400 ml Wasser
  • 5–10 Scheiben frischer Ingwer
  • 2–3 Frühlingszwiebeln (nur das Weiße) in Stücke
  • optional: 1 TL brauner Zucker oder Honig (5–7 g)

Zubereitung:

  1. Ingwer waschen (schälen optional) und in Scheiben schneiden.
  2. Frühlingszwiebelweiß in 3–4 cm Stücke schneiden.
  3. Wasser aufkochen, Ingwer zugeben und 10 Minuten bei kleiner Hitze köcheln.
  4. Frühlingszwiebelstücke zugeben und weitere 2–3 Minuten köcheln.
  5. Abseihen. Optional Zucker/Honig einrühren nach dem Abkühlen (nicht mitkochen!!!).

Einnahme:

  • 1–2× täglich, am besten zu Beginn der Erkältung.
  • Danach warm anziehen und 10–20 Minuten ruhen (leichtes Schwitzen ist ok, aber nicht „durchschwitzen“).

Nicht passend, wenn du deutliches Fieber, starken Durst, gelben Schleim oder einen sehr roten Hals hast (= eher Wind-Hitze).

Rezept 1a: Zimt-Ingwer-Tee

Wenn mehr Kältegefühl und steifer Nacken besteht („Kälte sitzt fest“).

Zutaten:

  • 400 ml Wasser
  • 5–10 Scheiben frischer Ingwer
  • Ingwer wie oben
  • plus 1 kleine Zimtstange (oder ½ TL Zimtpulver; Ceylon bevorzugt)

Zubereitung:

  1. Ingwer waschen (schälen optional) und in Scheiben schneiden.
  2. Wasser aufkochen, Ingwer und Zimtstange zugeben und 10 Minuten bei kleiner Hitze köcheln.
  3. Abseihen. Optional Zucker/Honig einrühren nach dem Abkühlen (nicht mitkochen!!!).

Hinweis: Zimt ist „wärmend“ – bei Hitzezeichen eher vermeiden.


2) Wind-Hitze (Halsschmerz, Fieber, gelblicher Schleim, Durst)

Typische Symptome:

  • Fieber oder „heißes Gefühl“, eher wenig Frösteln
  • starker, roter, schmerzhafter Hals
  • Durst, trockener Mund
  • gelblicher Nasenschleim/Auswurf
  • evtl. Kopfschmerz/„Hitze“ im Kopf, geschwollene Lymphknoten
  • gereizte Augen, beginnende Wind-Hitze ohne starken Husten

Rezept 2: Pfefferminz-Chrysanthemenblüten-Tee (oder alternativ: Pfefferminz-Kamillen-Tee)

Zutaten:

  • 1 TL getrocknete Chrysanthemenblüten (ca. 2 g) oder alternativ Kamillenblüten
  • 1 TL getrocknete Pfefferminze (ca. 1–1,5 g) oder 6–8 frische Minzblätter
  • 300 ml Wasser (nicht mehr kochend beim Aufgießen)
  • optional: 1 TL Honig (5–7 g) 
  • optional: 1–2 TL Zitronensaft (5–10 ml)

Zubereitung:

  1. Wasser aufkochen und 1–2 Minuten abkühlen lassen (Ziel: sehr heiß, aber nicht sprudelnd kochend).
  2. Kräuter in eine Tasse/Kanne geben, mit 300 ml Wasser übergießen.
  3. 5–8 Minuten zugedeckt ziehen lassen.
  4. Abseihen. Optional Honig nach dem leichten Abkühlen (trinkwarm) und/oder Zitrone zugeben.

Einnahme:

  • 2–3× täglich für 1–2 Tage, solange „Hitze“-Symptome dominieren.

Nicht passend, wenn du vor allem stark fröstelst und wässrigen Schnupfen hast (=Wind-Kälte).


3) Wind-Trockenheit / trockene Erkältung (trockener Husten, wenig Schleim)

Typische Symptome:

  • trockener Hals, trockener Husten, Reizhusten mit Trockenheit
  • wenig oder zäher Schleim, evtl. heisere Stimme
  • trockene Nase, evtl. Nasenbluten bei Reizung
  • eher „kratzig“ als „verschleimt“

Rezept 3: Weißer Rettich-Birnen-Sud

Zutaten (für 1-2 Portionen):

  • 1 große Birne (ca. 200 g, z. B. Abate Fetel oder Williams Christ)
  • 50–80 g weißer Rettich (Daikon/Mairübchen; ca. ein 5 cm langes Stück oder Radieschen)
  • 10 g frischer Ingwer (ca. 5 dünne Scheiben)
  • 500 ml Wasser
  • Optional: 1 TL Honig (ca. 7 g) – erst am Ende hinzufügen!

Zubereitung:

  1. Birne waschen, entkernen und in grobe Würfel schneiden (Schale dranlassen). Den Rettich schälen und in dünne Scheiben oder Stifte schneiden. Den Ingwer in feine Scheiben schneiden.
  2. Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Birne, Rettich und Ingwer hineingeben.
  3. Die Hitze reduzieren und alles bei geschlossenem Deckel ca. 20 Minuten sanft köcheln lassen. Die Flüssigkeit sollte sich leicht reduzieren und das Aroma der Zutaten aufnehmen.
  4. Den Sud durch ein Sieb abgießen. (Die Birnenstücke können gegessen werden, der Rettich schmeckt nach dem Kochen sehr mild).
  5. Den Sud auf Trinktemperatur abkühlen lassen und erst dann den Honig einrühren.

Einnahme:

  • 2–3× täglich eine Tasse warm trinken.
  • Besonders effektiv, wenn man den Sud schluckweise über den Tag verteilt trinkt.

Hinweis: Rettich kann bei sehr schwachem Magen oder starkem Durchfall ungünstig sein.

Rezept 3a: Gedünstete Birne mit Honig

Zutaten:

  • 1 große Birne (ca. 180–250 g)
  • 2–3 EL Wasser (30–45 ml)
  • 1–2 TL Honig (7–14 g) – nicht mitkochen
  • optional (bei stärkerem Reizhusten): 1 Prise Zimt nur wenn keine Hitzezeichen (kein roter Hals/hohes Fieber)

Zubereitung:

  1. Birne waschen, entkernen, in Würfel schneiden (Schale kann dranbleiben).
  2. Birnenstücke mit 2–3 EL Wasser in einen kleinen Topf geben.
  3. Zugedeckt bei sehr kleiner Hitze 8–12 Minuten dünsten, bis sie weich sind.
  4. Vom Herd nehmen, 2–3 Minuten abkühlen lassen, dann Honig unterrühren.

Einnahme:

  • 1–2× täglich, besonders abends angenehm bei trockenem Husten/Heiserkeit.

Hinweis: Wenn du deutlich gelben Schleim + hohes Fieber hast, ist die Birne oft ok, aber dann eher als Begleitung (Hauptfokus: Wind-Hitze-Ansatz).


4) „Schleim-Nässe“ / verschleimte Erkältung (Völlegefühl, Übelkeit, viel Schleim)

Typische Symptome

  • starke Verschleimung, Druckgefühl im Kopf
  • zäher oder reichlicher Schleim, Husten „feucht“
  • Appetitlosigkeit, Übelkeit, weicher Stuhl
  • „schwerer Körper“

Rezept 4: Ingwer–Zitrusschalen‑Tee

Zutaten (für 1 große Tasse / ca. 400 ml):

  • 400 ml Wasser
  • 10 g frischer Ingwer (5–6 dünne Scheiben)
  • 1 kleines Stück getrocknete, unbehandelte Orangen- oder Mandarinenschale
    (ca. 1–1,5 g, etwa 1 × 2 cm groß)
  • optional: 1 kleine getrocknete Dattel oder 1 TL Honig (5–7 g)

Zubereitung:

  1. Ingwer in Scheiben schneiden.
  2. Wasser aufkochen, Ingwer und Zitrusschale zugeben.
  3. 10–12 Minuten bei kleiner Hitze sanft köcheln.
  4. Abseihen. Optional Dattel zerdrücken oder Honig einrühren (wenn trinkwarm).

Einnahme:

  • 1–2× täglich, bevorzugt morgens und mittags.
  • Ideal bei Husten mit viel Schleim, Völlegefühl, Übelkeit.

Nicht geeignet, wenn starker trockener Hals, Hitzegefühl oder Fieber dominieren (dann eher Rezepte zu 2 oder 3).


5) „Resthusten nach Infekt“ (keine akute Erkältung mehr, aber Husten bleibt)

Typische Symptome

  • kein Fieber, aber Reizhusten oder zäher Restschleim
  • Müdigkeit nach Erkältung, trockener Hals abends
  • Heiserkeit

Rezept 5: Gedünstete Birne + etwas Honig + evtl. Mandeln

Zutaten:

  • 300 ml Wasser
  • 1 große Birne (180–250 g)
  • 8–10 süße Mandeln, ungesalzen (ca. 10 g)
    (alternativ: Haferdrink, falls Mandeln nicht vertragen werden)
  • optional: 1 TL Honig (5–7 g)

Zubereitung:

  1. Mandeln über Nacht einweichen oder kurz blanchieren und schälen (besser verträglich). Alternativ gestiftelte Mandeln oder Mandelblättchen.
  2. Birne entkernen, grob würfeln.
  3. Birne + Mandeln mit Wasser 15–20 Minuten sanft köcheln.
  4. Abseihen oder pürieren (je nach Vorliebe).
  5. Honig erst beim Abkühlen einrühren.

Einnahme:

  • 1× täglich, ideal abends.

Hier zusammenfassend eine Übersicht zur schnellen Zuordnung deiner Erkältung nach den Leitsymptomen:

  • Klares Naselaufen + Frösteln → Ingwer/Frühlingszwiebel, Zimt-Ingwer (Wind-Kälte)
  • Roter Hals + Durst + gelber Schleim → eher kühlend/beruhigend: Birne, Pfefferminze/Chrysantheme (Wind-Hitze)
  • Trockener Reizhusten, wenig Schleim → Birne (gedünstet), Birne + Rettich (Trockenheit)
  • Übelkeit/Völlegefühl + viel Schleim → Ingwer + „Zitrusschalen“-Ansatz (Schleim/Nässe)

Für alle, die gerade krank sind, eine gute und schnelle Genesung!!!!


TCM-Tipps & Rezepte zum Download

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert